Babys können und wollen nichts!?

Menschenbabys kommen als sogenannte physiologische Frühgeburten zur Welt. Anders als viele Tierbabys können Menschenbabys nämlich nichts: Sie können nicht laufen, nicht alleine essen und sich insgesamt auch nur sehr eingeschränkt bemerkbar machen. In den ersten Lebensmonaten deines Babys geht es erstmal darum die nonverbalen Zeichen des Kindes aufzunehmen und eine Bindung zum Kind aufzubauen.

Die Welt wird groß und spannend

Mit ca 9 Monaten werden viele Kinder mobil. Robben, Krabbeln und ganz bald auch Laufen eröffnen dem kleinen Kind plötzlich ganz neue Möglichkeiten. Dein Kind erlebt zum ersten Mal seine Eigentätigkeit. Es merkt: Ich kann selbst etwas erreichen. Dein Kind macht einen Plan und will ihn dann umsetzen. Wenn das gelingt fühlt es sich toll an und wenn es nicht gelingt ist der Frust dagegen groß. Auch erste Wörter lernt dein Kind nun für sich zu nutzen. „Nein“ und „da“ sind wichtige Kommunikationsmittel deines Kindes, mit dem es sich für seine Pläne einsetzt.

Diese Emotionen bewegen dein Kind jetzt häufiger

Weil dein Kind nun zunehmend autonom handeln kann und auch möchte, nennen wir diese Lebensphase auch gerne die „Autonomiephase“. Dein Kind erforscht seinen eigenen Willen und lernt, dass es diesen umsetzen kann. Allerdings klappt nicht immer alles so, wie dein Kind sich das vorstellt. Dein Kind hat z.B. noch kein Gefühl für Konsequenzen. Wenn es sich also ein schweres Spielzeug aus dem Regal zieht und dieses mit einem lauten Knall auf den Fußboden fällt, erschreckt es sich vielleicht sehr, bekommt Angst und braucht deinen Trost.

Neugierig und wissbegierig erkundet dein Kind nun seine Welt. Aber weil seine motorischen und kognitiven Fähigkeiten noch unausgereift sind ist Frustration ein ständiger Begleiter deines Kindes. Vieles klappt einfach noch nicht so, wie es sich dein Kind vorstellt und viele deiner Entscheidungen, die dein Kind schützen oder das Wohlbefinden deines Kindes sichern sollen, kommen unerwartet und für machen für dein Kind einfach keinen Sinn.

Auch das Gehirn deines Kindes befindet sich noch stark in der Entwicklung. Was dazu führt, dass es starke Gefühle noch nicht selbst beruhigen kann. Eine Frustration oder beängstigende Situation kann dann je nach Temperament bei deinem Kind zu einem heftigen Gefühlssturm führen.

Das braucht dein Kind jetzt

Besonders diese emotionale Unreife macht eine einfühlsame Begleitung für dein Kind wichtig. Dein Kind braucht dich, um sich sicher zu fühlen und um die Frustrationen der Welt zu verarbeiten. Versuche, wann immer es geht dein Kind in einer Ja-Umgebung möglichst viele eigene Erfahrungen machen zu lassen. Gestalte euer Zuhause möglichst so, dass du nicht dauernd „nein“ zu deinem Kind sagen musst. Spielplätze und naturnahe Orte sind ebenfalls gute Ja-Umgebungen, die du möglichst häufig mit deinem Kind aufsuchen solltest, damit dein Kind ungestört eigentätig sein kann. Das stärkt das sogenannte Selbstwirksamkeitserleben und das macht dein Kind stark für’s Leben.

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