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Bist du zu inkonsequent mit deinem Kind?

Häufig starten Eltern in der Beratung mit der Idee, sie seien nicht konsequent genug mit ihren Kindern und hätten daher die Probleme, die sie haben. Oft erzählen die Eltern auch von Druck aus dem Umfeld: „Du lässt dir auf der Nase rumtanzen“ oder „du musst deinem Kind auch mal zeigen, wer hier der Boss ist“ sind dann Sätze, die Eltern gesagt werden. Über diese Art Sätze habe ich übrigens in dem Beitrag über Erziehungsmythen geschrieben. 

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, welche Denkfehler beim Thema Konsequenzen leicht passieren und warum das dann das eigentliche Problem ist… 

Denkfehler #1: Ich möchte nicht zu hart sein

Viele Eltern haben selbst als Kinder nur verhaltensorientierte Erziehung erlebt und kennen häufig gar keine beziehungsorientierte Art konsequent zu sein. Im Gespräch merke ich das daran, dass Eltern „konsequent“ mit hart und unerbittlich sein gleichsetzen. Dabei geht es bei Erziehungsproblemen eigentlich um etwas ganz anderes: Nämlich Orientierung und Sicherheit! Und an diesem Punkt halte ich es auch für wichtig „konsequent“ zu sein, weil Kinder unbedingt Orientierung und Sicherheit brauchen. Wenn Eltern jedoch ständig ihre Meinung ändern oder zu viele Ausnahmen machen, geht genau das verloren und das Kind fühlt sich alleine gelassen und hilflos. Diese Art der Orientierungslosigkeit ist eine häufige Quelle von Erziehungsproblemen und ich empfehle dann immer sich das Verhalten des Kindes als eine Frage vorzustellen: Dein Kind fragt dich „wie machen wir das hier?“ und deine Aufgabe ist es, diese Frage zu beantworten: Sag deinem Kind, was du von ihm erwartest und warum dir das wichtig ist und begleite und unterstütze dann dein Kind dabei, deine Erwartung einzuhalten!

Denkfehler #2: Ich möchte das Bedürfnis meines Kindes nicht übergehen

Ein weiterer Denkfehler ist, dass Eltern denken, dass sie Gefühlsstürme durch mehr Mitbestimmung verhindern können. Vielleicht hast du auch schonmal mit genau dieser Absicht deinem Kind alle möglichen Alternativen vorgeschlagen und mit Engelszungen auf es eingeredet? Hier beißt sich die Katze in den Schwanz: Denn nicht mehr Alternativen lösen das Problem, sondern weniger! Dein Kind ist durch zu viele Optionen überfordert und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Die Gefühle deines Kindes beziehen sich dann gar nicht mehr auf die Auswahl (welche Becherfarbe die richtige ist) sondern auf Last der Entscheidung. Dein Kind braucht nicht mehr Auswahl sondern Hilfe dabei sich zu entscheiden und diese Entscheidung zu akzeptieren. Eine kleine Auswahl anzubieten ist prima, aber den Punkt der Überforderung nicht zu verpassen ist mindestens genauso wichtig. Und dann im nächsten Schritt in die empathische Führung zu gehen und dein Kind sicher durch die Situation zu navigieren…

Fehler #3: Ich möchte nicht, dass mein Kind sauer auf mich ist

Dieser Denkfehler ist im Grunde gar kein Denkfehler, sondern eher ein Alarmsignal. Denn hier liegt eine Umkehrung der Rollen vor, durch die Konflikte quasi vorprogrammiert sind. Zunächst ist es ein Missverständnis, dass dein Kind durch seine Wut oder seine Verzweiflung seine Missgunst dir gegenüber ausdrücken will. Tatsächlich spielst du im Gefühls-Universum deines Kindes nur eine ganz untergeordnete Rolle. Alles, was dein Kind macht, macht es für sich und nicht gegen dich. 

Dich für etwas verantwortlich zu machen ist einfach ein kindlicher Versuch mit seinen Gefühlen umzugehen. Und am besten hilfst du deinem Kind dabei, in dem du ihm Sicherheit und Orientierung gibst (siehe Denkfehler #1). 

Wenn du allerdings ernsthaft ein Problem mit Ablehnung hast (eine häufige Nachwirkung der eigenen verhaltensorientierten Prägung), dann kannst du deinem Kind diese Sicherheit ja gar nicht geben, weil du seine Reaktionen nicht aushältst und somit die Gefühle deines Kindes nicht begleiten kannst. 

Du musst ja quasi aus der empathischen Führung herausgehen, weil du selbst mit deinen Gefühlen beschäftigt bist und eigentlich selbst Orientierung brauchst. Und so stehen sich dann im Grunde zwei Kinder gegenüber und suchen beieinander Sicherheit und Orientierung und keiner kann sie geben. Das ist ein Teufelskreis, der viele Probleme und Leid in Familien verursacht. Hier braucht es oft den Blick von außen, um das Gefühlswirrwarr aufzulösen und genau zu schauen, welcher Weg der richtige für euch ist…

Hi, ich bin Franziska

und ich möchte dir helfen das Verhalten deines Kindes durch die Beziehungsbrille zu betrachten!

Als Erzieherin und Mutter von 2 lebendigen Jungs kenne ich die Fallstricke des Alltags aber ich kenne eben auch die Werkzeuge und Methoden, die helfen einen harmonischen Familienalltag zu gestalten.

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