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Seit mittlerweile  20 Jahren begleite ich als Erzieherin Familien im Alltag und seit ungefähr 10 Jahren beobachte ich ein Phänomen.

Eltern sprechen mich an und schreiben mir, dass sie sich schon sehr viel und ausführlich mit dem Thema Erziehung beschäftigt haben, viele Bücher gelesen, Podcast gehört, YouTube Videos angeschaut…Aber dennoch hätten sie das Gefühl dass sich manche Dinge zwischen ihnen und ihrem Kind irgendwie nicht ändern lassen. Bei manchen Themen würden einfach keine der Tipps und Kniffe helfen. Und woran das liegt, das will ich dir jetzt erklären:

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Es gibt 2 Arten von Erziehung

1. Verhaltensorientierte Erziehung 

2. Beziehungsorientierte Erziehung

Die verhaltensorientierte kennen viele von uns aus der eigenen Kindheit: Der Fokus der Erwachsenen lag vornehmlich auf dem Verhalten des Kindes. Das Verhalten wird genau beobachtet und bewertet und durch gewisse Erziehungsmaßnahmen bei Bedarf „verändert“. Also durch Druck oder Manipulation wird das Kind dazu gebracht sein Verhalten zu ändern. Bei der verhaltensorientierten Erziehung geht es hauptsächlich um das Befinden der Erwachsenen. Die Kinder sollen nicht zu laut, zu wild, zu auffällig sein.

Bei der beziehungsorientierten Erziehung geht es im Gegensatz dazu um das Bedürfnis, das hinter dem Verhalten des Kindes steht. Eltern fragen sich: Was verursacht das laute und wilde Verhalten? Wie kann ich meinem Kind geben, was es jetzt braucht, damit das Verhalten sich wieder verändert.

Deine eigene Prägung macht es dir schwer

Die verhaltensorientierte Erziehung führt dazu, dass das Kind sich von seinen eigenen Bedürfnissen entfremdet und diese unterdrückt, damit es vom Erwachsenen akzeptiert wird. Die beziehungsorientierte Erziehung dagegen unterstützt das Kind in seinem Reifungsprozess, in dem die Erwachsenen das Kind unterstützen seine Gefühle zu regulieren, seine Bedürfnisse zu erkenne und zu äußern und verhelfen dem Kind so zu einer emotional intelligenten Lebensweise.

Ok, Franziska, ich habe mich für die beziehungsorientierte Erziehung entschieden. Ich interessiere mich für die Bedürfnisse meiner Kinder, frage sie nach ihrer Meinung und begleite ihre Gefühle. Aber trotzdem knallt es einfach immer wieder und ich bezweifel, ob das so wirklich richtig ist.

Ja, genau und hier kommen wir zum Problem. Wer selbst verhaltensorientiert geprägt ist, hat es einfach schwerer sein Kind beziehungsorientiert zu erziehen. In ruhigen und übersichtlichen Momenten kannst du das angelesene Wissen oder die ausgewählten Tipps umsetzen aber in stressigen oder schwierigen Situationen, da wählen wir unbewusst immer das, was wir schon kennen, worin wir sicher sind und das ist in diesem Fall einfach die verhaltensorientierte Erziehung. Plötzlich sagst du dann doch so Sätze wie: Wenn du jetzt nicht Zähne putzen gehst, dann gibt es keine Gute-Nacht-Geschichte mehr. Oder wenn du jetzt die Hausaufgaben nicht machst, dann darfst du halt heute Abend kein Fernsehen schauen.

Und genau in diesem Moment, wenn du von der beziehungs- auf die verhaltensebene wechselst, versteht dein Kind die Welt nicht mehr. Du gehst aus Sicht deines Kindes aus dem Kontakt. Dein Kind kennt es ja, dass es gesehen und in seinen Bedürfnissen begleitet wird. Dass es durch eine Machtdemonstration zu einer Verhaltensänderung gedrängt wird (ich habe die Macht dir etwas liebes wegzunehmen) kennt dein Kind ja nicht.

Vollbremsung auf der Autobahn

Beziehungsorientierte Erziehung funktioniert!

Aber sie funktioniert nur, wenn sie konsequent angewendet wird. Was nicht funktioniert ist: Meistens agiere ich beziehungsorientiert und manchmal halt verhaltensorientiert. Das ist dann nämlich wie eine Vollbremsung auf der Autobahn: Meistens knallt es dann richtig.

Wenn du mal genauer analysieren möchtest, wann dir das passiert, dass du von der Beziehungsebene auf die Verhaltensebene rutschst, dann hol  dir am besten meinen Konflikte Kompass, darin findest du unter anderem ein Konflikt-Protokoll, mit einigen Fragen, die dir helfen eure Konflikte besser zu verstehen. Der Konflikte Kompass kostet kein Geld, du bekommst ihn als Geschenk, wenn du dich zu meinem Newsletter anmeldest.

Mach Schluss mit Erziehungsfrust:

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