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In meine Beratungen kommen immer wieder Eltern, die sich ernsthaft Sorgen um das Wohlbefinden ihres Kindes machen. Weil die Familie z.B. durch Krankheit, Schicksalsschläge oder belastende Situationen eine sehr herausfordernde Zeit erlebt hat. 

Eltern fragen mich dann oft, ob ihr Kind vielleicht eine Therapie braucht oder traumatisiert sei. An dieser Stelle möchte ich betonen, dass ich selbst keine (Trauma-)Therapeutin bin. In meinen Kursen und Beratungen arbeite ich aber traumasensibel und was das bedeutet und wie du das für dich nutzen kannst, möchte ich dir in diesem Beitrag erklären.

Was ist ein Trauma?

 Wichtige Arten von Trauma sind:
 
  • Schocktrauma z.B. durch einen Unfall
  • Entwicklungstrauma z.B. durch einen dauerhaft abwertenden Umgangston in der Familie oder einen narzistischen Elternteil
  • Sekundärtrauma z.B. durch das Beobachten einer sehr schlimmen Situation
  • Transgenerationales Trauma z.B. durch eine Bezugsperson, die ein eigenes Trauma nicht aufgearbeitet hat
 
Unterschieden wird zudem in akut (in den letzten 4 Wochen) oder chronisch (länger als 4 Wochen her).

Das mitunter Verwirrende an der Trauma-Thematik ist, dass es nie das Ereignis an sich ist, das zu einem Trauma führt, sondern die Art und Weise wie die Betroffene Person die Situation wahrnimmt. So kann etwas für eine Person traumatisierend sein und bei einer anderen Person nicht zu einem Trauma führen. 

Entgegen der landläufigen Meinung muss einem Trauma auch nicht zwangsläufig ein furchtbares Ereignis vorausgegangen sein. Der amerikanische Psychologe Peter Levine beschreibt Trauma als „zu viel, zu schnell, zu plötzlich“: Das Nervensystem wird überlastet. Laut Levine ist ein Trauma keine Krankheit, sondern eine Störung. Es ist das Ergebnis einer unvollständigen Antwort auf eine belastende Situation, in welcher der Stress nicht ausgeleitet werden konnte, sondern stecken geblieben und eingespeichert ist.

Was du tun kannst, wenn du dein Kind betroffen sein könnte

Als erste Anlaufstelle empfehle ich Eltern gerne die Seite www.kidtrauma.org. Dort kannst dich zu bestimmten Symptomen informieren und auch einen Trauma-Check machen. Im Anschluss erhältst du dann eine fachliche Einschätzung und Tipps von Traumatherapeuten zum Umgang mit deinem Kind. Auch Therapiestellen kannst du mit Hilfe der Seite finden.

Was dein Kind jetzt braucht

Unabhängig davon, ob dein Kind eine spezielle Traumatherapie benötigt oder nicht, braucht dein Kind vor allem ein: Starke verlässliche Beziehungen und Bezugspersonen, die selbstsicher durch herausfordende Gefühlslagen navigieren können. Denn das Verarbeiten von Gefühlen ist bei traumasensiblen Themen immer das A & O. Unabhängig davon, ob dein Kind eine Therapie macht oder nicht, ist es für dich von herausragender Bedeutung mit den starken Gefühlen deines Kindes angemessen umgehen zu können. Egal ob Wutanfall, Ängstlichkeit, Unberechenbarkeit… Umso sicherer du im Umgang mit Gefühlen (deinen und denen deines Kindes) bist, umso sicherer fühlt sich dein Kind bei dir. 

3 Wichtige Aspekte im Umgang mit Gefühlen:
 
  • Verändere deine Sicht auf Gefühle: Es gibt keine positiven oder negativen Gefühle! Jedes Gefühl bringt eine Botschaft mit sich. Lerne die Botschaften deiner Gefühle zu lesen und als Wegweiser zu einer stabilen Eltern-Kind-Beziehung zu nutzen.
  • Übe dich in Selbstregulation: Ein gesunder Umgang mit den eigenen Gefühlen ist die Grundlage für eine starke Eltern-Kind-Beziehung. Nur wer sich selbst gut begleiten kann, kann auch für andere zuverlässig da sein.
  • Lerne dein Kind durch Co-Regulation zu beruhigen: Kinder brauchen Erwachsene, die sie auch in herausfordernden Situationen sicher und zugewandt begleiten, um einen positives Selbstbild und einen guten Umgang mit den eigenen Bedürfnissen und Gefühlen zu lernen. Diese Art der Begleitung nennen wir Co-Regulation.

Das kann ich für dich tun:

Wie bereits erwähnt bin ich keine Therapeutin und habe keine explizit traumaspezifische Ausbildung. So dass ich weder dich noch dein Kind im Bezug auf Trauma behandeln oder heilen kann. Dennoch können dir meine Angebote im Umgang mit eurer Situation helfen:

Kurzfristige Unterstützung:

Mit den Bindungsspielen und den regulierenden Aktivitäten kannst du deinem Kind helfen sich wohl in seinem Körper zu fühlen und du übst spielerisch Strategien mit ihm ein gut zu sich selbst zu sein (hier gratis runterladen).
In der Kita-Sprechstunde bin ich im Alltag für dich da und helfe dir durch konkrete Situationen zu navigieren und gebe dir Impulse, wie du Herausforderungen mit deinem Kind beziehungsorientiert lösen kannst (hier findest du alle Infos zur Beratung)

Langfristige Unterstützung:

  • Erziehungscoaching
Im Coaching lernst du beziehungsorientierte Erziehung und Co-Regulation quasi von Grund auf. Besonders, wenn starke Gefühle für dich oder dein Kind immer wieder ein Thema sind, z.B. bei heftigen Wutanfällen und einer damit einhergehenden Hilflosigkeit. In diesem Gruppencoaching vermittele ich dir alles Nötige, was du brauchst, um dein Kind in solchen Situationen zu unterstützen. Das Familienbande-Programm ist keine Therapie sondern ein Coaching für die Eltern, um die herausfordernden Situationen besser bewältigen oder sogar ganz auflösen zu können. Eltern lernen so Konfliktschleifen und Eskalationsspiralen zu erkennen, aufzulösen oder ganz zu vermeiden (hier gibt’s alle Infos).

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