„Zeit statt Zeug“ | Ein Adventskalender ohne Geschenke und Süßigkeiten

Zeit statt Zeug

Advent bedeutet für viele Kinder auch viele Süßigkeiten und kleine Geschenke zu Nikolaus, im Adventskalender und bei sämtlichen kleinen Feiern in Kindergarten, Schule oder Kinderturnen und von Nachbarn und Verwandten zu bekommen. Und da habe ich das eigentliche Weihnachtsfest noch gar nicht mitgezählt…

Doch, was fällt uns zu Advent eigentlich sonst noch ein? Per Definition ist der Advent die Zeit in der sich Christen auf die Geburt von Jesus vorbereiten. Aus diesem „bereit machen“ ist irgendwie auch eine Zeit des Wartens geworden, die wir uns sprichwörtlich versüßen wollen. Der Adventskalender ist quasi eine Art Zeitmesser, der die Zeit vor Weihnachten plastischer erlebbar macht.

Wer dem konsumieren zum Advent entgegen steuern und zumindest zu Hause diesem Trend nicht folgen möchte, findet heute eine lange Liste mit Ideen, wie man den Adventskalender zu einem Ereignis ganz ohne Süßigkeiten und materiellen Geschenken machen kann.

„Zeit statt Zeug“ | Den Advent bindungs- anstatt konsumorientiert gestalten

Unter dem Motto: „Zeit statt Zeug“ habe ich letztes Jahr zum ersten Mal den Adventskalender nicht mit Süßigkeiten oder Spielzeug gefüllt sondern mit Aktionen und Aktivitäten. Um es vorweg zu nehmen: Insgesamt habe ich vermutlich mehr Geld investiert allerdings nicht in materielles Kleinzeug sondern in schöne Erinnerungen und gemeinsam verlebte Zeit. Und wie ich dieses Jahr merke, vielleicht sogar in kleine Rituale. Denn ich werde einiges wieder genauso machen.

Besonders schön finde ich, dass wir im Bekanntenkreis manche Aktivitäten von vornherein schon gemeinsam planen, da sich die Idee in meinem Umfeld mittlerweile verbreitet. Und dass ich die Adventszeit so frühzeitig schon strukturiere und gar nicht so in den üblichen Vorweihnachtsstress gerate, da wir auch die Vorbereitungen als Familie in den Kalender mit einbinden.

Reizvoll finde ich auch, dass diese Art von Adventskalender in jeder Familie anders aussieht, da sich die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse widerspiegeln. Wenn die Aktivitäten achtsam ausgewählt werden, kommt sich die Familie so in dieser Zeit auf ganz natürliche Art und Weise näher und entwickelt sich jedes Jahr ein bisschen weiter. So kann auch für die Eltern die Adventszeit eine Zeit der Besinnung auf ihre Beziehung zu ihren Kindern werden. Und außerdem und sowieso ist gemeinsam erlebte Freude der beste „Beziehungskleber“!

Ein Adventskalender ohne Geschenke und Süßgkeiten | Ein paar praktische Überlegungen

Bei mehreren Kindern kann man entweder auch mehrere Kalender machen und meistens die gleichen Zettel reintun und an manchen Tagen unterschiedliche, wenn man das möchte. Oder man macht eben einen Familienkalender den die Kinder abwechselnd aufmachen dürfen.

Da mein Sohn noch nicht lesen kann, habe ich versucht kleine Bilderrätsel zu malen oder zu kleben. Oder ich habe Hinweise, wie die Eintrittskarte für das Theater eingetütet.

Die Zettel haben wir hinterher wieder an die Klammern des Adventskalenders gehangen, so dass wir immer nachvollziehen konnten, was wir schon alles erlebt haben.

Im Vorfeld habe ich mir in den Kalender die Aktivitäten eingetragen, die Vorbereitung oder bestimmte Wochentage benötigen.

Für die Bastelaktivtäten habe ich das benötigte Material vorher besorgt, so dass ich vor allem an den Werktagen nicht noch unnötige Besorgungen machen musste.

Im Folgenden findet ihr eine Liste mit Anregungen, wie ihr einen Adventskalender mit gemeinsamer Zeit füllen könnt. Damit sich jeder die Dinge raussuchen kann, die passend sind, habe ich alles in Kategorien eingeteilt, die vielleicht auch zu weiteren Ideen anregen…

Gemeinsame Vorbereitungen für Weihnachten

Barbara zweige kaufen/ schneiden (ein Barbara-Zweig, der am 4. Dezember ins Wasser gestellt wird, blüht an Weihnachten)

Orangen mit Nelken bespicken

gemeinsam den Weihnachtsbaum aussuchen

den Weihnachtsbaum schmücken

Wunschzettel schreiben/ kleben und an den Weihnachtsmann schicken (vielleicht eine Kopie an Oma und Opa?)

Aktionen und Ausflüge

Theaterbesuch

Fotos in der Fotobox machen

Den Weihnachtsmarkt besuchen

gemeinsam einen Schaufensterbummel machen und einige Geschenke für Verwandte und Freunde besorgen (zuvor kann man auch gemeinsam schon überlegen, was geschenkt werden soll)

Nachbarn oder Freunde gemeinsam zum Kaffee einladen

Fußballspielen auf dem Sportplatz

ins Schwimmbad gehen

Eislaufen

im Buchladen ein Buch aussuchen und kaufen (z.B. an Nikolaus)

Ins Wildgehege, den Zoo, oder ins Museum gehen

in die Kletterhalle oder den Indoorspielplatz gehen

Freunde und Familie zum Weihnachts-singen einladen

Ein Weihnachtskonzert besuchen

Basteln

Knete oder Slime selbst machen

Murmelbilder herstellen (eignet sich auch schon für sehr kleine Kinder, außerdem können die Bilder auch wunderbar an Verwandte verschenkt werden)

Origami- Tiere falten (manche können später vielleicht auch an der Krippe stehen)

mit Salzteig basteln

Sterne aus Transparentpapier falten

Kochen und backen

gemeinsam Kakao zubereiten und trinken (vielleicht einen Nachbarn dazu einladen?)

Vanillepudding kochen

Pizza backen

Plätzchen backen

 

Was fällt euch noch ein?

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