Kinder brauchen Rituale- Eltern auch!

Rituale rahmen unser alltägliches Leben. Wenn wir etwas immer gleich machen, müssen wir auch nicht immer darüber nachdenken, wie wir es machen. Das bringt uns innere Ruhe aus der wir wiederum Kraft für den Alltag schöpfen können.Rituale bieten Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Sicherheit, deshalb kann ich nur dringend empfehlen, das Familienleben großzügig mit Ritualen und konstruktiven Gewohnheiten auszustatten. Auch bestehende Rituale als solche zu erkennen und wertzuschätzen ist hilfreich, um Ruhe und Gelassenheit im Alltag zu finden.

Im Großen wie im Kleinen

Rituale sind wiederkehrende Ereignisse, von denen alle Beteiligten wissen: „so läuft das“. Was das ist, ist natürlich sehr individuell und vor allem auch austauschbar.

Rituale müssen sich an die Familie anpassen, auf gar keinen Fall umgekehrt!

Sonst wird es stressig. Wenn Kinder Rituale oder gewohnheitsmäßige Abläufe hinterfragen oder ablehnen, kann das ein Hinweis darauf sein, dass sie sich in ihren Bedürfnissen nicht gesehen fühlen. Dann kann man das Ritual umwandeln, weiterentwickeln oder durch etwas neues ersetzen.

Rituale im Alltag können sein:

  • beim Essen immer eine Kerze anzünden
  • sich zum Abschied einen Kuss geben
  • nach dem Kindergarten beim Konditor um die Ecke ins Schaufenster schauen
  • „zwischen den Jahren“ die entferntere Familie einladen
  • vorm Schlafengehen noch ein Lied singen
  • die Wohnung jahreszeitlich dekorieren
  • erst zu essen anzufangen, wenn alle da sind

„Das ist doch nichts besonderes“…denkt jetzt vielleicht der ein oder andere. Das stimmt natürlich. Die meisten Menschen installieren diese Art von Ritual automatisch in ihrem Leben. Trotzdem halte ich es für sinnvoll hund wieder den eigene Alltag zu reflektieren und achtsam die eigenen ritualisierten Abläufe wahrzunehmen. Wo lebe ich Rituale mit meinen Kindern und wo tu ich es vielleicht nicht, wo es sich aber anbieten würde…?

Kritische Situationen bewusst ritualisiert gestalten

Häufig gibt es kritische Situationen, die immer wieder auftauchen: beim Abholen im Kindergarten habe ich z.B. häufig erlebt, dass es den Kindern schwer fällt sich auf den Übergang von Kindergarten auf Mama oder Papa einzulassen. Dabei hilft es Kindern, den Ablauf immer gleich zu gestalten. Das „wie“ hängt dabei natürlich mit Alter und Interesse des Kindes zusammen.

Zwei wichtige Fragen können dir dabei helfen, das Ritual zu gestalten:

Was brauchen wir in dieser Situation?

und

Was ist mir wichtig?

Was gut funktioniert wird beibehalten und was nicht funktioniert, wird ausgetauscht durch etwas anderes. Die zweite Fragestellung ist natürlich auch wichtig, da bestimmte Dinge wie, eine Überraschung zu versprechen, auch häufig gut funktionieren, sich als tägliches Ritual aber nicht eignen.

Welche Rituale helfen euch im Alltag? Lasst es mich gerne wissen…

 

2 Kommentare bei „Kinder brauchen Rituale- Eltern auch!“

  1. […] schrieb ich auch über Rituale und  Transparenz im […]

  2. […] von Wutanfällen vielleicht weiter oder du überdenkst eure Abholsituation im hinblick auf ritualisierte Abläufe, und meine Anleitung, wie man einen Wutanfall in 3 Schritten […]

Schreibe einen Kommentar