Emotionale Traumata | Wie sich Erziehungsmuster vererben

Emotionale Traumata | Wie sich Erziehungsmuster vererben

Emotionale Traumata | Wenn die Seele nicht mehr weiter weiß

Seelische Verletzungen und Traumata aus der Kindheit begleiten uns mitunter ein Leben lang. Umso früher sie entstehen, umso schwieriger sind sie zu erkennen und aufzulösen. Traumata enstehen, wenn wir eine Erfahrung im Leben machen, die überwältigende Gefühle auslöst. Dann reagiert die Psyche mit einer Art Notfallprogramm darauf: Gefühle, von denen wir unterbewusst glauben, dass sie zu schlimm für uns sind, werden dann einfach ausgeblendet. In der Psychologie nennt man dieses Abspalten von Gefühlen dissoziieren. Wir können dann über die Situation ohne Gefühle reden. Manchmal vergessen wir sie zum Teil oder verdrängen sie vielleicht auch einfach völlig.

Dieser eigentlich sehr sinnvolle und unter Umständen lebenswichtige Mechanismus verhindert aber leider auch, dass wir im Bezug auf unsere Kinder in der Lage sind mitfühlend zu reagieren. Da wir von unseren Gefühlen abgespalten sind, sind wir auch nicht in der Lage, unsere Kinder angemessen emotional zu begleiten.

Erziehungsmuster | Argumente sind besser als emotionale Debatten

Wenn es darum geht, was gut für unsere Kinder ist und was nicht, macht es nur bedingt Sinn von sich selbst auf seine Kinder zu schließen. Es gibt Dinge, die sind nachweislich nicht gut für Babys und kleine Kinder und dennoch behaupten Eltern immer wieder, ihnen habe es doch auch nicht geschadet.  Das könnte jedoch ein Irrglaube sein, den sie selbst aufgrund der eigenen Traumata einfach nur nicht erkennen können. Umso wichtiger ist es, dass wir die Debatte über fördernde und schädigende Erziehungsmaßnahmen sachlich führen.

Wenn kleine Babys zum Beispiel nachts in ihrem Bettchen schreiend alleine gelassen werden, dann läuft ein stressvoller Prozess im Körper dieses kleinen Wesens ab. Stresshormone werden ausgeschüttet, der Körper schaltet auf „Notfallprogramm“. Kleine Kinder sind schlicht nicht in der Lage sich selbst zu beruhigen, dafür bräuchten sie Körperkontakt, den Klang einer bekannten Stimme und einen vertauten Geruch. Werden die überwältigenden Gefühle dagegen nicht aufgefangen, schläft das Kind irgendwann resigniert und erschöpft ein. Im schlimmsten Fall passierte in diesem Moment auch eine Traumatisierung, wie oben beschrieben.

Liebe, Empathie und Achtsamkeit| Die besten Mittel gegen Traumata

Um Kinder vor schlimmen und überfordernden Emotionen zu bewahren, müssen wir empathisch an ihrer Seite sein. Bei Babys bedeutet das, viel Körperkontakt herzustellen, achtsam ihre Signale wahrzunehmen und angemessen darauf zu reagieren. Im Laufe der Entwicklung erweitert sich dann der Handlungs- und Erfahrungsspielraum der Kinder und sie lernen sich Stück für Stück selbst zu regulieren und zu beruhigen und so das Leben zu meistern. Aber es wird immer Situationen geben, in denen unsere Kinder unsere Unterstützung brauchen und bedürftig auf uns zukommen.

Und was gibt es für uns Eltern eigentlich schöneres, als zu verlässlichen Bezugspersonen zu werden, an die sich unsere Kinder vertrauensvoll wenden können?

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