13 Dinge, die perfekte Eltern tun | Die ultimative Liste

was braucht es wirklich, um als perfekte Eltern zu gelten?

Ja, Listen haben einen faden Beigeschmack! Dennoch habe ich mich bewusst dafür entschieden die Liste über „perfekte Eltern“ zu schreiben. Mein Ziel ist dabei nicht noch mehr Druck aufzubauen, sondern durch Aufklärung den Druck zu verringern. Die Situation für junge Eltern war nie so gut und so schwierig gleichzeitig. Es kommt darauf an, worauf wir unseren Fokus richten: Was wollen wir für uns und unsere Kinder? Ein Ziel zu haben ist der erste Schritt in die richtige Richtung und wenn dieses Ziel dann auch noch eine sichere Eltern-Kind-Bindung zur Grundlage hat, dann finde ich das perfekt!

Aber du bist so wie du bist und so solltest du auch dein Leben führen. Sei die Person die du bist! Nun zur Liste:

13 Dinge, die perfekte Eltern tun

1. Perfekte Eltern machen Fehler

Um es gleich als erstes vorweg zu nehmen: Perfekte Eltern machen Fehler! Also, keine Angst unperfekt zu sein… Versuche einfach gar nicht erst perfekt zu sein, fehlerfrei und Eltern-sein, das geht nicht zusammen. Im Gegenteil: Sei unperfekt und mache Fehler, aus denen du lernen kannst. Das macht dich authentisch und das ist perfekt.

2. Perfekte Eltern nehmen Hilfe an

Kinder zu erziehen ist unheimlich anstrengend. Sie brauchen so viel Aufmerksamkeit und Pflege. Sie machen Phasen durch und „bauen Scheiß“. Beißen, kratzen, werfen auf dem Spielplatz mit Sand und wollen dann abends liebevoll in den Schlaf gestreichelt werden. Abwechslungsreich gefüttert werden wollen sie natürlich auch noch und bei all dem soll man entspannt und fröhlich sein und am Besten noch gut aussehen. Kein Problem: Nimm Hilfe an. Zeig deinem Kind, wie man für sich selbst sorgt und was wirklich für dich zählt. Das, was dir selbst am Herzen liegt, machst du selbst, und was dir nicht ganz so wichtig ist, gibst du ab. Das ist perfekt.

3. Perfekte Eltern sind der Fels in der Brandung ihrer Kinder

Im Artikel über Helikopter-Eltern hatte ich schon einmal darüber geschrieben: Als Hauptbezugsperson für unsere Kinder ist es von überaus großer Bedeutung durch unser Verhalten Kindern Halt und Orientierung im Leben zu geben. Es geht dabei nicht darum, die Kinder zu zwingen nach unseren Vorstellungen zu agieren sondern darum selbst sicher und stabil im Leben zu stehen und so Maßstäbe zu setzen, an denen die Kinder sich orientieren können. Dem Kreis der Sicherheit folgend kommen sie nach ihrer eigenen Erkundung des Lebens immer wieder zu uns zurück, was uns die Möglichkeit gibt ihr Verhalten mit ihm gemeinsam zu reflektieren. Sei der Fels in der Brandung für dein Kind und bewege dich selbst möglichst wenig. Lass dein Kind zu dir kommen, anstatt ihm hinterherzulaufen: Das ist perfekt.

4. Perfekte Eltern ordnen ihre eigenen Beziehungen

Unsere Beziehungen und vor allem die Art und Weise, wie wir diese Beziehungen leben, hängt sehr mit unserer Sicht auf die Welt sowie unserer emotionalen Verfassung zusammen. Manchen von uns fällt es leicht erfüllende und tragfähige Beziehungen aufzubauen und aufrecht zu erhalten. Manchen Menschen fällt das nicht leicht und sie verstricken sich immer wieder in Konflikte oder sind dauerhaft unzufrieden. Auch Konflikte mit den eigenen Eltern sind ein wichtiges Indiz dafür, dass wir noch etwas im Leben lernen sollen. Schau dir deine Beziehungen an: Bist du zufrieden? Oder gibt es etwas, dass du klären oder verbessern könntest oder möchtest? Die Qualität deiner Beziehungen gibt dir einen Hinweis darauf, wo du im Leben als Erwachsener stehst. Nimm die Herausforderung an und lerne etwas über dich selbst: Das ist perfekt.

5. Perfekte Eltern nehmen ihre eigenen Gefühle wahr und kommunizieren sie

Die wenigsten von uns sind als Kinder immer respektvoll und achtsam behandelt und wahrgenommen worden. Die meisten von uns haben seelische Verletzungen erlitten und vermutlich können wir uns an die Auslöser dieser  Verletzungen nicht mal mehr erinnern. Denn unser Körper speichert Erinnerungen auf zwei verschiedene Arten: Die eine ist das explizite Erinnern, so wie man sich an z.B. an einen Urlaub erinnern kann. Dabei ist man sich der Tatsache des Erinnerns bewusst.

Aber es gibt auch noch das sogenannte implizite Gedächtnis. Dabei erinnert sich zum Beispiel nur der Körper mit Hilfe von bestimmten Gefühlen, dass wir so etwas schon mal erlebt haben. Deshalb ist es sehr wichtig, sich die eigenen Gefühle immer wieder bewusst zu machen, damit sie uns nicht steuern, sondern damit wir die Möglichkeit haben aktiv damit umzugehen. Wenn du das Gefühl hast, dass dich bestimmte Gefühle immer wieder Überfordern oder aber du nicht in der Lage bist, bestimmte Gefühle überhaupt zu empfinden, dann kann das ein Hinweis darauf sein, dass du in deiner frühen Kindheit eine emotionale Überforderung erlebt hast und dein Körper diese Gefühle versucht hat zu bändigen. Kleine Kinder brauchen dafür aber immer eine Bezugsperson, denn das kindliche Nervensystem hat noch nicht die Entwicklungsreife, um sich in beängstigenden Situationen alleine zu regulieren.

Die überfordernde Erfahrung möchte verarbeitet werden und deshalb triggern uns in der Gegenwart Dinge, von denen wir nicht verstehen, warum wir uns dann so fühlen. Das Schwierige daran ist, dass so ein Trigger z. B. auch das Verhalten oder starke Gefühle unserer Kinder sein können: Wenn ein Kind sehr traurig/ wütend/ hilflos.. ist, kann es passieren, dass der Erwachsene getriggert wird und selbst mit seinen eigenen (überfordernden) Gefühlen beschäftigt ist und sich so nicht auf die Gefühle des Kindes einlassen kann. Die Gefühle des Kindes können von Erwachsenen sogar als derart bedrohlich empfunden werden, dass sie wütend oder ärgerlich werden. Dann vermitteln sie dem Kind unbewusst: Dass du traurig bist, ist nicht ok, denn dann werde ich wütend.

Um das zu verhindern, müssen wir unsere eigenen Gefühle immer sehr achtsam wahrnehmen und wenn wir uns getriggert fühlen, einen Moment aus der Situation nehmen. Erst wenn sich unsere eigenen Gefühle wieder beruhigt haben, können wir unsere Kinder unterstützen ihre Gefühle wahrzunehmen und zu verarbeiten.

Wenn du merkst, dass dich bestimmte Gefühle immer wieder überfordern oder dir einzelne Gefühle quasi gar nicht zur Verfügung stehen, kann es sinnvoll sein Hilfe anzunehmen. Denn starke frühkindliche Überforderung durch zu viel oder zu wenig Zuwendung kann manchmal nur mit Hilfe einer Außenstehenden Person aufgelöst werden. Die gute Nachricht ist: Das ist unser Leben lang möglich! Perfekt.

6. Perfekte Eltern denken postiv

Anfang des 20. Jahrhunderts entdeckte der Apotheker Émile Coué die Wirkung positiver Worte: Immer wenn er ein Medikament verkaufte, sagte er zu seinen Kunden, dass sie mit dieser Medizin bestimmt bald gesund würden. Und er stellte fest, dass die selben Medikamente bei Kunden weniger gut halfen, bei denen er diesen Satz nicht sagte. Das Prinzip, das Émile Coué damals als einer der ersten beschrieb nennt sich Autosuggestion und ist so wirkungsvoll, dass es in der modernen, positiven Psychologie als „das Gesetz der Anziehung“ für Psychotherapie und Coaching nach wie vor sehr erfolgreich angewendet wird.

Wenn dein Kind also etwas machen möchte, von dem du denkst, dass es noch zu schwer sei, dann mach dir bewusst welche Macht deine Worte haben! Am besten du denkst positiv, denn das ist perfekt.

7. Perfekte Eltern gehen mit ihren Kindern in die Natur

Menschen kommen aus der Natur und Menschen müssen in die Natur. Das gilt ganz besonders für Kinder. Die Natur lehrt uns die Wichtigkeit der kleinen Dinge und dass alles einen Sinn und eine Aufgabe hat. Die Natur beruhigt uns mit ihren unterschiedlichen Grüntönen, die Vogelstimmen fordern unsere Konzentration und das Ruhen mit den Augen auf der Schönheit der Natur hilft dem Gehirn zu entspannen. Gemeinsam die Natur zu erleben verbindet Eltern und Kinder in ihrer natürlichen Beziehung zu einander. Das ist perfekt.

8. Perfekte Eltern lassen ihre Kinder klettern

Das Gehirn besteht aus zwei Hälften, die sogenannten Hemisphären, die durch einen Nervenstrang mit einander verbunden sind. Umso öfter die beiden Hälften durch Über-Kreuz-Bewegungen in Kontakt gebracht werden, umso dichter wird der Nervenstrang und umso besser können die beiden Hemisphären miteinander kommunizieren. Die allerbeste Über-Kreuz-Bewegung, die der Körper anbietet, ist nach dem Krabbeln das Klettern. Uns als wenn Kinder das wüssten, wollen sie ständig klettern. Perfekt.

9. Perfekte Eltern akzeptieren, dass Kinder auch hinfallen

Im Artikel über Helikopter Eltern schrieb ich schon einmal über die Angst, die Eltern haben, dass ihren Kindern etwas passieren könnte und dass diese Angst normal ist. Aber es ist auch wichtig, dass wir Kinder machen lassen, obwohl wir Angst haben. Der Bewegungsradius von Kindern wird immer mehr eingeschränkt und das hat Folgen für Kinder. Es ist nötig(!) dass Kinder hinfallen, da sie dadurch lernen sich zu bewegen und ihre Bewegungskoordination zu verbessern. Kinder müssen hinfallen dürfen und Eltern müssen das aushalten. Klingt komisch, ist aber so! Wenn Eltern ihre Kinder viel alleine machen lassen, bekommen sie ein besseres Gespür dafür, was das Kind schon kann. Bedenke aber auch, dass Entwicklung sprunghaft geschieht: Was gestern noch unmöglich war, gelingt dem Kind heute vielleicht schon mit Leichtigkeit. Das soll so und das muss so. Wenn du das akzeptierst: Perfekt!

10. Perfekte Eltern reflektieren ihre eigene Geschichte

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, ist gezwungen, sie zu wiederholen“ George de Santayana

Der Begriff der Erziehung hat in unserem Land eine sehr bewegte Geschichte. Nur allein in den letzten Hundert Jahren hat sich der Begriff  so vielfältig gewandelt. Die wichtige Frage dabei für uns heutige Eltern: Wir war das bei mir: Was haben meine Eltern über Kinder, Kindheit und Erziehung gedacht und geglaubt und was haben sie selbst daraus gemacht? Welche Moralvorstellungen lagen ihnen dabei zu Grunde und wie habe ich Erziehung erlebt?

Es gibt in Deutschland (immer noch) das Bild vom „verwöhnten“ Kind, das maßgeblich durch die Erziehungs-Ratgeberliteratur des dritten Reichs geprägt ist. Die Ärztin Johanna Haarer veröffentlichte 1934 das Buch „Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind“:

„Auch wenn das Kind auf die Maßnahmen der Mutter mit eigensinnigem Geschrei antwortet, ja gerade dann lässt sie sich nicht irre machen. Mit ruhiger Bestimmtheit setzt sie ihren Willen weiter durch, vermeidet aber alle Heftigkeit und erlaubt sich unter keinen Umständen einen Zornesausbruch. Auch das schreiende Kind muss tun, was die Mutter für nötig hält und wird, falls es sich weiterhin ungezogen aufführt, gewissermaßen ‚kaltgestellt‘, in einen Raum verbracht, wo es allein sein kann und so lange nicht beachtet, bis es sein Verhalten ändert. Man glaubt gar nicht, wie früh und wie rasch ein Kind solches Vorgehen begreift“ (Haarer 1934, S. 249).

Die Vorstellung von nötiger Härte in der Erziehung, der sogenannte „harten Hand“ oder „klarer Kante“ treibt heutige Eltern um. Es ist unglaublich wichtig, die eigenen Erziehungserfahrungen anzuschauen und anzuerkennen, denn wirklich viele von uns sind mit ähnlicher Haltung erzogen systematisch traumatisiert worden.

Das daraus entwickelte Gegenbeispiel ist die antiautoritäre Erziehung der 70er Jahre. Aber auch Regel-und Orientierungslosigkeit können traumatisierend empfunden werden. Die Welt ist komplex und Kinder brauchen Bezugspersonen, die empathisch, liebevoll und achtsam reagieren. „Mach was du willst- mir egal“ ist das Gegenteil von Empathie.

Da unsere eigene Erziehung uns prägt, ist es wichtig genau hinzusehen und zu fühlen, was einem selbst widerfahren ist. Geht es dir gut mit dem, was du erlebt hast? Oder hast du dich oft alleine gelassen gefühlt? Unsere Gesellschaft hat ein Problem mit bindungsorientierter Erziehung, weil wir es verlernt haben bindungsorientiert zu agieren. Ein Kind viel zu tragen z.B., hat nichts mit verwöhnen zu tun… Und was bedeutet das überhaupt und warum ist das schlecht? Darüber müssen wir nachdenken…das wäre perfekt.

11. Perfekte Eltern nehmen die Gefühle des Kindes wahr und spiegeln sie

Wenn Babys geboren werden, können sie fast nichts. Kein anderes Säugetier kommt so unreif zur Welt. ABER, eine Sache können Baby: Sie können fühlen! Ja, wir habe vom Beginn unseres Lebens an, ein Gespür für uns. Wir wussten von Anfang an, ob wir uns gut oder schlecht fühlen. Und wenn uns etwas gefehlt hat, dann haben wir geweint. Das war der Hinweis an unsere Bezugsperson: Komm und kümmere dich! Und genau das ist es, was wir unseren Kindern gegenüber tun müssen: Kommen und Kümmern! Am Anfang ist das tatsächlich auch noch relativ einfach. Die Bedürfnisse beschränken sich auf Hunger, volle Windel, allgemeines Unwohlsein (z.B. Sehnsucht nach Körpernähe).

Aber später wird es komplexer. Wenn Kinder selbst einen Willen entwickeln, bringt sie das manchmal in eine Situation in der sie Frust/ Wut/ oder Ärger empfinden und dann weinen sie. Und auch dann ist es wieder das Signal an uns Eltern: Komm und Kümmere dich! Und genau das müssen wir wieder tun: kommen und kümmern! Nur wie?

In den vergangenen Jahren ist es immer populärer geworden, dann alles für die Kinder zu regeln. Alles zu ermöglichen oder andere Kinder auszuschimpfen, die dem eigenen Kind etwas „angetan“ haben. Dahinter steht die Überlegung, dass das Kind auf keinen Fall Frust oder Leid spüren darf. Das ist allerdings ein fataler Denkfehler, denn genau das Gegenteil ist der Fall: Kinder müssen schwierige Situationen erleben! Denn auch negative Gefühle gehören zum normalen Gefühlsspektrum eines gesunden Menschen und sind wichtig zur Einordnung von Ereignissen. Allerdings müssen Kinder erstmal lernen, mit starken und überfordernden Gefühlen umzugehen und dafür brauchen sie uns:

Immer wenn ein Kind weint und in emotionaler Not ist, müssen wir reagieren und so signalisieren: Ich nehme dich wahr und bin für dich da. Und dann müssen wir uns mit den Gefühlen, die das Kind erlebt verbinden und uns in das Kind hineinversetzen. Zum Beispiel in dem man Körperkontakt aufnimmt und sagt: „ich verstehe, dass du sauer bist, du wolltest die Schaufel auch gerne haben.“ In diesem Moment fühlt sich das Kind gesehen und kann sich im Erwachsenen auch erkennen. Und dadurch hat der Erwachsene die Möglichkeit einen Lösungsansatz vorzuschlagen: „Sollen wir mal zusammen fragen, ob das Mädchen dir die Schaufel gibt, wenn es fertig ist?“

Durch diesen Umgang mit Gefühlen, lernt das Kind, wie es für sich selbst sorgen kann. Wichtig dabei ist, die Gefühle nicht zu dramatisieren sondern zu markieren, also in etwas abgeschwächter Form zu spiegeln. Auch von Vorteil ist es selbst ganz ruhig zu bleiben, da sich durch den Körperkontakt das aufgeregte Nervensystem des Kindes an das entspannte Nervensystem des Erwachsenen anpassen kann. Außerdem ist es sinnvoll darauf zu achten „normal“ mit dem Kind zu sprechen. Manche Menschen tendiere dazu in einer Art verniedlichten Sprache mit Kindern zu sprechen. Das ist nicht nötig. Kinder suchen Orientierung und die geben wir als Erwachsene, also sollte wir uns auch verhalten und reden wie Erwachsene. Das ist perfekt.

12. Perfekte Eltern schaffen nicht alles, was auf dieser Liste steht

Das Leben mit Kindern ist ein lebenslanger Lernprozess und abhängig davon an welcher Stelle du startest, fällt es dir leichter oder schwerer, die beschriebenen Dinge zu erkennen, zu akzeptieren und umzusetzen. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es ist daher völlig ok, nicht immer alles und vor allem nicht alles sofort umzusetzen, was auf dieser Liste steht. Aber es wird immer leichter, umso öfter man es versucht, perfekt oder?

13. Perfekte Eltern haben Spaß mit ihrer Familie

Bei allen (erzieherischen) Bemühungen, ist es wichtig zu erkennen, dass das Leben mit Kindern eigentlich ein großes Abenteuer ist, das eine Menge Spaß mit sich bringt. Es ist wichtig Freude im Zusammensein mit seinem Kind zu empfinden und das so oft es geht auszukosten.

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