Was Eltern zu einer gelingenden Eingewöhnung beitragen können

 In der Eingewöhnung geht es darum dem Kleinkind eine Phase des Übergangs zu gewähren, in der es Zeit und Raum bekommt eine neue Bindung einzugehen. Nicht selten ist diese neue Bindungsbeziehung die erste nach der Beziehung zu den Eltern. Je nach Situation der Familie ist das kleine Kind vielleicht noch gar nicht anders betreut worden als duch Vater oder Mutter. Eltern gehen mit dieser Herausforderung sehr unterschiedlich um.

         Augen auf bei der Betreuungswahl

Seit jedem Kind ab dem 1. Geburtstag ein gesetzlicher Anspruch auf einen Krippenplatz zugesichert wird, mussten Städte und Kommunen kräftig die Kapazität von Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren ausbauen bei gleichzeitig herrschendem Erziehermangel. Nicht allen Trägern von Kindertageseinrichtungen ist das gut gelungen.

Fragt auf jeden Fall nach dem Betreuungsschlüssel und wie Vertretung organisiert wird. Entscheidet euch für eine Einrichtung bei der ihr das beste Bauchgefühl habt, denn ein gutes Bauchgefühl hilft euch später sehr.

Die Entscheidung akzeptieren

Es gibt viele verschiedene Gründe, warum man sich entscheidet sein kleines Kind in Krippe oder Tagespflege betreuen zu lassen. Und nicht alle Eltern stehen hinter ihrer Entscheidung. In der Phase der Eingewöhnung soll es jedoch um die Bedürfnisse des Kindes gehen. Meine Erfahrung ist, dass Eltern, die mit ihrer Entscheidung hadern, den Eingewöhnungsprozess des Kindes stören können. Wenn ihr nicht ganz sicher seid, ob ihr die richtige Entscheidung getroffen habt, besprecht das im Vorfeld mit einer außenstehenden Vertrauensperson oder wenn möglich mit der neuen Betreuungsperson.

Volle Fahrt voraus

Alle Weichen sind gestellt und der erste Tag der Eingewöhnung beginnt. Lasst euch ein auf das Abenteuer Kleinkindbetreuung. Ihr erlebt als Familie etwas ganz Neues und Aufregendes. Freut euch auf die neuen Impulse, die euch dieser Schritt bringen wird. Glaubt daran, dass ihr eurem Kind alle Liebe und das Zutrauen in die Welt mitgegeben habt, um diesen neuen Abschnitt in seinem Leben zu meistern.

Loslassen

Vertraut eurem Kind und gebt die Verantwortung ab. Die Eingewöhnung ist ein schrittweiser Übergang und so solltet ihr ihn auch wahrnehmen. Schritt für Schritt habt ihr weniger mit diesem Prozess zu tun, bis ihr am Ende morgens das Kind bringt und Nachmittags wieder abholt. Alles dazwischen dürft ihr eurem Kind und seiner neuen Bezugsperson überlassen.

Sich etwas Gutes tun

Die Eingewöhnung in eine neue Betreuungssituation ist eine anstrengende Phase für alle Beteiligten. Akzeptiert das, lasst euch Zeit euch auf den Prozess einzulassen. Es wird gute und weniger gute Tage geben. Vielleicht denkt ihr zwischendurch auch, dass das niemals was wird. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass jede Eingewöhnung anders verläuft. Nehmt euch Zeit für euch als Familie, macht zusammen etwas, was euch guttut. Unterstützt euch gegenseitig oder sprecht mit Menschen, denen ihr vertraut über eure Gefühle. Was ihr auf keinen Fall tun solltet, ist in dieser Phase mit Kritikern sprechen. Sobald die Eingwöhnung abgeschlossen ist, kann wieder fröhlich über Kleinkindbetreuung debattiert werden, während der Eingewöhnung braucht ihr Unterstützung, sonst nichts.

Die Gefühle des Kindes akzeptieren

Viele Eltern machen sich die Entscheidung wann, wie und wo sie ihr Kind betreuuen lassen nicht leicht. Umso schwieriger ist es zu ertragen, wenn das Kind dann auch noch zu leiden scheint. Kinder zeigen ihre Gefühle sehr unmittelbar und intensiv, das ist für uns Erwachsene nicht immer einfach. Grundsätzlich finde ich es aber gut, wenn Kinder ihren Unmut über das Weggehen der Eltern äußern. Warum sollten sie auch einverstanden sein? Sie kennen unsere Gründe ja nicht. Deshalb ist es wichtig die Gefühle des Kindes zu akzeptieren: Ich verstehe, dass du nicht möchtest, dass ich gehe… Zuversicht zu spenden: Du kannst jetzt hier ein bisschen spielen und ich komme gleich wieder…und sich an den Plan zu halten.

Schreibe einen Kommentar