Filmtipp: Captain Fantastic- einmal Wildnis und zurück

Ben Cash lebt mit seinen 6 Kindern zurückgezogen in der Wildnis Amerikas. Zusammen mit seiner Frau hat er sich ein kleines Utopia geschaffen.  Er unterrichtet seine Kinder selbst und bringt ihnen Jagen und das Überleben in der Wildnis bei. Als seine Frau stirbt, macht er sich mit seinen Kindern auf den Weg, um bei der Beerdigung dabei zu sein.Ben (gespielt von Viggo Mortensen) lebte mit seiner Frau zunächst etliche Jahre auf einer Farm, bevor sie sich für ein Leben als Assteiger entschieden. Die Mutter selbst lernt man gar nicht richtg kennen, da sich sich zu Beginn des Films bereits im Krankenhaus befindet. Später erfährt man, dass sie seit der Geburt des ersten Kindes an einer Bipolaren Störung mit Wahnvorstellungen leidet.

Die Familienidylle wird schließlich jäh zerstört als Ben vom Selbstmord seiner Frau erfährt. Da sie sich zur Behandlung in ein Krankenhaus in der Nähe ihrer Eltern begeben hat, übernehmen diese auch die Organisation der christlichen Trauerfeier. Da dies aber nicht im Sinne der überzeugten Buddhistin gewesen wäre, machen sich Ben und die Kinder auf den Weg zu den Großeltern. Ein aufregender Trip liegt vor der Familie, der sie mit einigen Herausforderungen konfrontiert und ihre Gemeinschaft auf eine harte Belastungsprobe stellt.

Besonders berührt hat mich dieser sehr idealistische Vater, der versucht seine eigenen Vorstellungen von guter Erziehung mit den Bedürfnissen und Wünschen seiner Kinder und den Anforderungen der Ausßenwelt in Einklang zu bringen. Jemand, der wirklich versucht etwas anders zu machen und letztlich doch immer ein Teil des „Systems“ bleibt. Und natürlich geht es auch um Verantwortung. Wieviel Wildnis darf man seinen Kindern zumuten? Und was tut man seinen Kindern an, wenn man sie der Zivilisation aussetzt (sehr schön am Beispiel der desinteressierten und videospielenden Söhne der Schwester dargestellt).

Was ich aus dem Film mit nach Hause genommen habe, ist gar nicht so sehr, die Frage „wie“ wir den Lebensraum unserer Kinder gestalten, als vielmehr „warum“ wir es so tun? Was treibt uns an, welches Feuer brennt in uns? Für welche Ideale und Überzeugungen stehe ich und vor allem, für welche bin ich bereit einzustehen? Was möchte ich, was mein Sohn für ein Mensch wird und warum ist gerade das mir wichtig?

Für alle, die solche Fragen interessant finden, ist dieser Film sicherlich sehr sehenswert..

 

 

Schreibe einen Kommentar